Integrierte Unternehmenskommunikation und Corporate TV
Anforderungen und Ziele
Spätestens seit dem Zeitalter der Massenkommunikation stehen Unternehmen und Menschen im Kommunikationswettbewerb. Das Management muss in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit, vor allem in den Medien, ein glaubhaftes und positives Image aufbauen. Nicht nur das Management, inzwischen ist jeder einzelne Mitarbeiter dazu angehalten, sich als Repräsentant und Botschafter seiner Firma zu engagieren.
„Unternehmen, denen es an der offensiven Einstellung beziehungsweise an einer auf Kommunikation und schnelles Handeln ausgerichteten Firmenkultur mangelt, haben keine Chance, sich jemals zu einem Integrierten Marketer zu entwickeln“.
Schnelligkeit, Mut und Offenheit sind Eigenschaften, die sich mit Corporate TV transportieren lassen. Dazu braucht es aber integrierte Kommunikation, einen Prozess der Analyse, Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle, der darauf abzielt, aus unterschiedlichen Quellen und Medien der internen und externen Kommunikation ein einheitliches und konsistentes Erscheinungsbild über das Unternehmen zu vermitteln.
Kontextfaktoren
Nachfolgend sollen wesentliche gesellschaftliche, unternehmens- und medienspezifische Kriterien aufgezeigt werden, denen Corporate TV ausgesetzt ist. Wie die meisten Kommunikationsinstrumente entfaltet Corporate TV seine beste Wirksamkeit im Medienverbund. Allen voran ist der Durchbruch von Bewegtbildinhalten eng verknüpft mit der technischen Weiterentwicklung des Internets zum Web 2.0: Die Demokratisierung der Kommunikation, der Wegfall von Hierarchien, das Sendungsbewußtsein und die „Macht“ des Einzelnen, steigende Bandbreiten und eine damit einhergehende deutliche Verbesserung der Bildqualität bei gleichzeitig gesunkenen Distributionskosten sind maßgebliche Erfolgsfaktoren.
Globalisierung
Die Globalisierung ist für Konzerne und viele mittelständische Unternehmen nach wie vor mit großen Anstrengungen verbunden. Um zu einem gemeinsamen Verständnis, zu einer gemeinsamen Identität und im wahrsten Sinne des Wortes zu einem gemeinsamen Leitbild zu kommen, hat sich das Medium Fernsehen als interkultureller Brückenbauer bewährt.
Markenerlebnis
Das Marketing selbst ist ständig auf der Suche nach neuen, aufmerksamkeitsstarken Kommunikationskanälen. Hintergrund ist ein seit Jahren wachsender Wettbewerb, der sich u. a. darin äußert, dass Unternehmen Innovationsführerschaft als wichtigen Bestandteil ihrer Marke(n) begreifen. Teilweise ist von „Innovationskommunikation“
die Rede. Das Gebot der Stunde heißt: Marken erlebbar, Mitarbeiter zu Marketers und Kunden zu Fans
zu machen.
Dialogorientierung
Ziel moderner Unternehmenskommunikation ist es, Kommunikationsprozesse zu initiieren, die zu langfristigen Bindungen von Kunden und Mitarbeitern führen. Entsprechend sollten bei der Konzeption und Realisierung von netzbasiertem Corporate TV integrierte, technisch wie inhaltlich angemessene Dialogmöglichkeiten berücksichtigt werden. Das Web 2.0 bietet hierfür geeignete Möglichkeiten, sei es als Blog, Chat, Mundpropaganda (man denke hier an das Vordringen viraler Marketingstrategien), Empfehlungsmarketing, Votingbutton oder User Generated Content.
Emotionalisierung
Die beste Art der Verständigung ist die Face-to-Face-Kommunikation. Das Gegenüber von Sender und Empfänger erlaubt, alle auch außerhalb der Sachebene kommunizierten Aspekte mit einzubeziehen. Diese Idealvoraussetzung ist in der Unternehmenskommunikation selten gegeben, und dem daraus resultierenden Mangel an Authentizität kann wirksam durch den Einsatz von Corporate TV begegnet werden. Ein Unternehmen besteht aus Menschen, Produkten und Dienstleistungen, die ein Gesicht haben, das gesehen und gefühlt werden will.
Simplifizierung
In einer immer abstrakter werdenden Arbeitswelt wenden Menschen sich verstärkt emotional und leicht verständlich aufbereiteten Inhalten und Informationsangeboten zu. Das sich früh abzeichnende Zusammenführen von Information und Lernen wird vielfach konsequent umgesetzt. Die Reduktion von Komplexität und die lineare Erzählweise von Fernsehen tragen dazu bei, dass der Rezipient sich relativ schnell und einfach eine Meinung bilden kann, die er beim Navigieren durch den täglichen Informationsdschungel nutzt.
Nachhaltigkeit
Unter nachhaltigem unternehmerischem Handeln ist die Ressourcenperspektive der Unternehmen gegenüber den Menschen, unserem Planeten und den zukünftigen Generationen zu sehen. Nachhaltigkeit ist weit mehr als nur Schlagwort (Corporate Social Responsibility etc.), sondern eine Verantwortung, der zentrale Bedeutung zukommt. Glaubwürdigkeit und Überprüfbarkeit sind Faktoren, die Vertrauen schaffen und von Zielgruppen nachgefragt werden. Corporate TV kann hierfür nachvollziehbare „Aussagen“ in Form von „authentischen“ Bildern liefern.
Der gesamte Artikel zum Download:
Corporate TV – Excellence in EmotionArtikel von Achim Beißwenger & Gernold P. Frank.
Veröffentlicht Marketing Review der Universität St. Gallen, Ausgabe 01-2008.














































